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Textsorten fürs Web – Teil 2: richtig gute Blogtexte schreiben

20. April 2021 No Comments

Die meisten Blogtexte enden ungelesen in den Weiten des Webs. Das muss nicht sein! Lerne hier Schritt für Schritt, auf welche Punkte es beim Blogtexte-Schreiben ankommt.

Blogtexte schreiben – darauf kommt es an

Erfolgreich Blogtexte schreiben (Bild: gamelover / Adobe Stock)

Gute Blogtexte schreiben

Erfolgreiche Blogtexte lassen sich an zwei Dingen erkennen: Sie enthalten einen klaren Nutzen für Leser:innen und besitzen eine durchdachte Textstruktur. Wenn du Blogartikel verfassen möchtest, solltest du diese beiden Punkte beachten. Aber gehen wir der Reihe nach vor.

Die Hauptüberschrift – ist Spannung Trumpf?

Die Hauptüberschrift ist das Aushängeschild deines Blogbeitrags. Nutzer:innen entscheiden bereits anhand der Überschrift, ob sie deinen Artikel lesen oder nicht. Die Hauptüberschrift sollte deshalb zweierlei tun:

  1. den Inhalt deines Textes wiedergeben
  2. interessant sein und Lust auf mehr machen

Die potenziellen Leser:innen deiner Blogbeiträge sind in der Regel auf Informations- oder Unterhaltungssuche. Das bedeutet: Entweder benötigen sie eine Hilfestellung, um ein bestimmtes Problem zu lösen, oder sie wollen sich mit interessanten Inhalten die Zeit vertreiben – oder beides.

Deine Hauptüberschrift sollte deshalb erstens klarstellen, was deine Leser:innen vom Text erwarten können. Mache deutlich, dass bei dir die wichtigsten Infos zum Thema zu finden sind. Du regst Nutzer:innen, die auf Informationssuche sind, somit zum Klicken bzw. zum Weiterlesen an. Zweitens sollte deine Hauptüberschrift möglichst spannend klingen und Neugierde wecken. Dadurch holst du auch die Nutzer:innen ab, die zum Zeitvertreib durch deine Blogübersicht scrollen, und animierst zum Klicken.

Deine Hauptüberschrift kann ruhig etwas anecken oder übertreiben. Das ist völlig in Ordnung. Ziel ist es, dass dein Text auf sich aufmerksam macht. Aber bitte verzichte auf langweilige Floskeln. Dazu zählen beispielsweise die üblichen „X Tipps“ oder „X Vorteile“ zu einem Thema. Diese und ähnliche Überschriften-Konstrukte sind mittlerweile überall zu finden und völlig abgegriffen. Stelle stattdessen den Nutzen deines Textes mit einer originellen Formulierung in den Vordergrund. Gefragt ist hier deine Kreativität. Dazu zwei Beispiele:

Thema Langweilige Hauptüberschrift Spannende Hauptüberschrift
Vegetarische Rezepte Rezeptsammlung: Leckere vegane Gerichte Nie wieder Fleisch: Raffiniertes Veggie-Food einfach selbst gemacht
Baufinanzierung Zehn Tipps für die Baufinanzierung Clever gespart: So geht Baufinanzierung heute

Die Einleitung: der Elevator-Pitch für deinen Text

Eine Besonderheit beim Schreiben von Blogartikeln ist die Einleitung. Sie erscheint in der Regel nicht nur im eigentlichen Artikel, sondern auch auf der Blogübersichtsseite. Viele Content-Management-Systeme beziehungsweise ihre Themes ziehen automatisch den ersten Abschnitt eines Artikels in die Blogvorschau. Deine Einleitung sollte deshalb so formuliert sein, dass sie auch unabhängig vom restlichen Text funktioniert. Und folglich sollte sie zum Klicken beziehungsweise Weiterlesen anregen. Die Einleitung dient gleichzeitig dazu, deine Leser:innen neugierig zu machen und in die jeweilige Themenwelt einzuführen.

Lasse dir deshalb Zeit und kreiere einen spannenden, witzigen oder originellen Einstieg. Fasse außerdem den Inhalt deines Beitrags kurz zusammen. So machst du gleich vorab klar, was deine Leser:innen vom Artikel erwarten können. Auch hier gilt: Stelle immer den Nutzen für die Leser:innen in den Vordergrund. Dazu zwei Beispiele:

Thema Langweilige Einleitung Spannende Einleitung
Vegetarische Rezepte Vegetarische Gerichte sind gesund und liegen im Trend. Wir haben für euch eine tolle Rezeptsammlung zusammengestellt. Saitanwürstchen, lasche Suppen und Fertignudeln – hast du auch genug von langweiligem Essen? Dann sind unsere neuen Rezepte deine Rettung! Koche jetzt mit und probier noch heute unserer leckeren Geheimtipps!

 

Baufinanzierung Die Baufinanzierung ist eine komplizierte Angelegenheit. Zu beachten sind hier viele Besonderheiten. Erfahren Sie dazu mehr in diesem Beitrag. Riestern Sie noch oder wissen Sie schon, welche Methoden sich in puncto Baufinanzierung wirklich lohnen? Unser Beitrag liefert den zeitgemäßen Überblick.

Der Fließtext: Brot und Butter deines Blogs

Der Fließtext ist der Kern deines Blogbeitrags. Hier gehören alle wichtigen Informationen zum jeweiligen Thema hinein. Denk dran: Bei Blogs steht die Informationsvermittlung im Vordergrund. Das unterscheidet sie von anderen Webtextgattungen wie beispielsweise Landingpage- oder Produkttexten, die ja auf Leadgenerierung und Verkäufe abzielen. Während Blogs früher hauptsächlich als Online-Tagebücher geführt wurden, sind sie heute Informationskanäle. Es geht darum, Leser:innen zu unterhalten und nützliche Infos zu bieten. Denn das ist überhaupt der Grund, warum jemand die Zeit investiert, deinen Blogtext zu lesen – eben so wie du es ja mit diesem Text hier tust.

Frage dich vor dem Schreiben: Was würden potenzielle Leser:innen von deinem Blogbeitrag erwarten? Was kannst du entsprechend inhaltlich anbieten? Welche hilfreichen und interessanten Passagen kannst du schreiben und womit erzeugst du einen Mehrwert für deine Leser:innen? Der im Content-Marketing vielfach besungene Mehrwert ist beim Blogtexte-Schreiben wirklich wichtig. Denn ob du mit deinen Inhalten Leser:innen ansprichst und weiterbringst, entscheidet über den Erfolg oder Misserfolg deines Textes. Niemand wird deinen Blogbeitrag teilen oder verlinken, wenn dieser keinen echten Nutzen hat.

Tipp: Um gute Ideen für interessante Bloginhalte zu finden, helfen dir W-Fragen-Tools wie AnswerThepPublic. Dort kannst du dir zu einem Thema deiner Wahl interessante Fragen generieren lassen. Nach diesen wird in Suchmaschinen tatsächlich gesucht. Die Fragen geben dir also gute Hinweise darauf, mit welchen Infos du deine Leser:innen wirklich weiterbringst. Das ist ein wunderbarer Fahrplan für jeden Blogtext. Probiere es einfach mal aus!

Blog selber schreiben: Eine durchdachte Struktur ist das A und O

Wenn du Blogtexte schreiben möchtest, musst du dieselben Grundregeln beachten, wie sie auch für andere Webtextgattungen gelten. Dazu zählt insbesondere eine übersichtliche Textstruktur, die das Lesen erleichtert. Statt eine Textwüste aus endlosem Fließtext zu verfassen, unterteilst du deinen Blogbeitrag lieber in viele kleine Abschnitte. Hinzu kommen Zwischenüberschriften, die den Leser:innen als visuelle Anker dienen.

Blogbeiträge sollten grundsätzlich wie folgt aufgebaut sein:

  • Hauptüberschrift
  • Einleitung
  • Zwischenüberschrift 1
  • Absatz 1
  • Zwischenüberschrift 2
  • Absatz 2
Du musst wissen: In der Regel liest niemand einen Text am Bildschirm Stück für Stück. Leser:innen scrollen stattdessen auf einer Website durch die Inhalte und suchen nach Passagen, die für sie interessant sind. Erst wenn sie den Eindruck gewonnen haben, dass der Text die richtigen Infos liefert, lesen sie ihn wirklich durch. Das hast du bei deiner Suche nach Schreibtipps für Blogs und diesem Beitrag bestimmt auch gemacht.

Zwischenüberschriften und Absätze helfen den Leser:innen, die Inhalte eines Textes zu identifizieren. Zudem ist es für unsere Augen (und auch für unseren Geist) angenehmer, einzelne Abschnitte zu erfassen, als sich durch einen langen Fließtext-Dschungel zu kämpfen. Schreibe deshalb für jeden Kernpunkt deines Themas einen oder mehrere Absätze. Versehe die Absätze jeweils mit einer aussagekräftigen Zwischenüberschrift, die den Inhalt des jeweiligen Abschnitts wiedergibt.

Sollte ein Textabschnitt – wie dieser hier – aufgrund des Inhalts doch einmal länger werden ist das kein Problem. Für eine gute Lesbarkeit kannst du ihn einfach in Zwischenabsätze aufteilen. Auch das sorgt dafür, dass du deine Leser:innen nicht mit Inhalten erschlägst. Du servierst stattdessen sämtliche Informationen in appetitlichen und leicht verdaulichen Häppchen. Und genau darum geht es bei einer guten Textstruktur. Du machst deinen Blogbeitrag allen Nutzer:innen schmackhaft. Und das musst du auch, denn Online-Leser:innen sind in der Regel zwar informationshungrig, aber gleichzeitig faul und haben keine Zeit.

Tipp: Denke bei der Strukturierung deines Textes immer an die Überschriftenhierarchie. Ein Blogbeitrag hat eine Hauptüberschrift (HTML-Tag: <h1>) auf die eine Einleitung sowie mehrere Absätze mit Zwischenüberschriften (HTML-Tag: <h2>) folgen. Wenn es sich inhaltlich anbietet, kannst du deinen Text zusätzlich mit Überschriften der dritten Ebene untergliedern (HTML-Tag: <h3>). Das ist allerdings kein Muss.

Nie vergessen: weitere Elemente in Blogtexten

Absätze, die auf Absätzen folgen, ergeben allein natürlich noch keinen guten, leicht lesbaren Blogtext. Du solltest deshalb noch weitere Inhaltselemente einsetzen, um den Lesefluss aufzulockern. Das erreichst du beispielsweise durch:

  • Listen
  • Aufzählungen
  • Tabellen
  • Infoboxen
  • hervorgehobene Textpassagen, etwa Zitate

Weitere Elemente erfreuen die Augen und sorgen dafür, dass sich das Gehirn nicht nur mit Fließtext auseinandersetzen muss. Zusätzliche visuelle Inhalte wie Bilder und Infografiken werten deine Blogartikel außerdem auf. Dabei gilt: Setze sie nie lieb- und zusammenhangslos zwischen die Zeilen, sondern nimm im Text immer Bezug darauf. Insbesondere Infografiken lockern zwar optisch auf, haben jedoch auch eine inhaltliche Funktion, die zum Textfluss gehört. Beschreibe deshalb kurz, was es mit der Abbildung auf sich hat, und lasse sie nicht für sich allein stehen. Dadurch integrierst du auch optische Elemente in deinen Text und vermeidest, dass der Textfluss unterbrochen wird. Bei Bildern erreichst du das ganz einfach durch aussagekräftige Bildunterschriften.

Mach’s spannend und liefere gute, strukturierte Inhalte

Gute Blogtexte zu schreiben erfordert Vorarbeit und Planung. Mach dir also klar, welche Inhalte für deine Leser:innen wirklich nutzbringend sind. Überlege daraufhin, wie du deinen Text in gut strukturierte, spannende Abschnitte unterteilen kannst. Zusätzliche auflockernde Elemente wie Listen und Bilder neben einer originellen Headline sowie kreativen Einleitung runden deinen Artikel ab. Wenn du diese wichtigen Grundregeln beachtest, steht dem Erfolg deiner Blogbeiträge nichts mehr im Weg. Also ran an die Tasten!

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