Tool Tests als Content-Format nutzen

icon tool-testMit einem Tool Test lernen Sie neue Tools nicht nur kennen, sondern können auch andere an Ihren Nutzungserfahrungen teilhaben lassen. Erfahren Sie, worauf es beim Tool Test ankommt. Und als exemplarischen Tool Test habe ich ein Textanalyse-Tool getestet.

Textanalyse-Tool im Test

Texte sind für Menschen gemacht. Die Zeiten, in denen kryptische SEO-Texte Usern im Internet gereicht haben, sind lange vorbei. Immer mehr geht es um wertvolle, nützliche Inhalte. Mehrwert für Internetnutzer: Passende Produkte, Problemlösungen, Antworten auf Fragen. Den einen guten Text gibt es nicht. Daher existiert keine Anleitung, die sich als Blaupause nutzen lässt. Zusätzlich sollen die Texte im Internet SEO-Gesichtspunkten genügen und eventuell WDF*IDF-optimiert sein. Dazu multimedial, gut gegliedert – einfach das beste Ergebnis zu diesem Thema im Internet. Aufgrund der vielen Anforderungen bietet sich zumindest mit Blick auf die Textqualität also ein Textanalyse-Tool an.

Textanalyse-Tool.de

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(Zum Vergrößern bitte klicken)

Der erste Eindruck des Tools ist gut. Übersichtlich und klar aufgebaut. Auf den ersten Blick ist klar, dass das Tool die Lesbarkeit von Texten analysiert.

In ein Feld trägt man das Keyword ein und in das zweite den zu analysierenden Text. Rechts befindet sich die Legende und die Angabe zum LESIX – dem Lesbarkeitsindex. Ohne Text steht dieser auf 0 von 100. Weiter unten auf der Seite finden sich weitere nützliche Hinweise zur Textanalyse selbst und Tipps für hochwertige Texte. Der gesamte Stil ist schlicht und ansprechend. Nutzer erfahren unmittelbar, dass das Tool den LESIX auf Basis der Lesbarkeit ermittelt. Die Grundlage für die Ermittlung der Lesbarkeit bildet das Flesch-Verfahren. Kriterien sind beispielsweise die Wort- und Satzlänge und auch die Verwendung von Passivsätzen, Modalverben und Füllwörtern. Im Ergebnis analysiert das Tool jeden Text anhand zahlreicher Faktoren und gibt den LESIX-Wert aus. Einordnen lässt er sich durch eine aussagekräftige Tabelle auf der Seite von textanalyse-tool.de.

screenshot-lesix-tabelle

Analyse eines Textes

Die Analyse eines Textes ist kinderleicht. Das Keyword in das betreffende Feld eintragen – da die Keyworddichte ebenfalls analysiert wird. Und dann den Text in das Feld kopieren und auf „Text analysieren“ klicken. Für den Text nehme ich einen Blog-Artikel von mir aus dem Jahr 2014. Thema des Blogs ist Content-Seeding und dies ist auch das Hauptkeyword. Das Ranking ist gar nicht schlecht – bei einem monatlichen Suchvolumen von 170 ranken wir damit meist auf Position 3 bei Google.

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(Zum Vergrößern Klicken)

Der hat Text 1220 Wörter und das angegebene Keyword „Content Seeding“ ist nicht im Text vorhanden. Im Text habe ich „Content-Seeding“ verwendet. Grundsätzlich machen Crawler von Webseiten da keinen Unterschied zwischen den beiden Schreibformen. Ein einfacher Test, ob das Textanalyse-Tool, da es ja die Keyworddichte ausgibt, dies unterscheidet.

Mein Blog-Beitrag hat einen ermittelten LESIX von 45 von 100. Laut Lesbarkeits-Tabelle ist dies also ein durchschnittlicher Text – nah an der Grenze zu einem schwer lesbaren Text wie einem Fachtext beispielsweise.

Unter der Überschrift „Das musst Du besser machen:“ wird, schön mit der Signalfarbe rot unterlegt, rechts am Rand aufgeführt, was nicht gut am Text ist. Dort ist dementsprechend auch das fehlende Keyword aufgeführt. Interessant ist, dass das Tool für diese Textlänge 37 Erwähnungen des Hauptkeywords empfiehlt. Das entspräche einer Keyworddichte von 3,03 Prozent, was mir persönlich sehr hoch erscheint. In meinem Blog-Artikel kommt das Keyword 26 Mal vor, was einer Dichte von 2,13 Prozent entspricht.

Das Problem bei der Keyworddichte ist, dass sie sich auf diese Weise nur schwer in Empfehlungen angeben lässt. Der Toptreffer zu „Content-Seeding“ hat eine Dichte von etwa 1 Prozent und die Nummer 2 sogar „nur“ 0,33 Prozent. Das ist mit Sicherheit von Keyword zu Keyword unterschiedlich – daher denke ich, die Empfehlung ist mit Vorsicht zu genießen. Mehr als 100 Ranking-Faktoren sind maßgeblich – da ist die Keyworddichte schon lange nicht mehr als heiliger Gral zu betrachten. Aber im Tool selbst lassen sich beispielsweise Texte der Top10 in Google gegeneinander legen. Auf diese Weise ist es auf jeden Fall möglich, Tendenzen, Ähnlichkeiten und Unterschiede festzustellen.

Lesegraus: Modalverben, Passivsätze und Perfekt

Ebenfalls angemarkert wurden Modalverben. In meinem Beitrag waren es „will“, „muss“ und „sollte“. Insgesamt sechs Mal habe ich bei 1.020 Wörtern Modalverben verwendet. Der Hinweis des Tools lautet: „Vermeiden Sie nach Möglichkeit Modalverben“. Tatsächlich sind Modalverben für lebendige und präzise Texte nicht förderlich, allerdings kommt auch hier auf die Häufigkeit der Verwendung an.

Insgesamt zehn Mal habe ich das Passiv verwendet. Das Passiv macht Sätze nicht weniger informativ. Aber ihre Aussage konstruiert sich über Umwege und macht den Text schwerer lesbar. 1-2 Passiv-Sätze auf 1.020 Wörter sind aber zu verschmerzen, wenn Sie sie bewusst als sprachliches Mittel einsetzen.

Für Perfekt-Sätze gilt dies ebenfalls. Häufig lassen sich diese mit etwas Geschick in eine einfachere Form bringen. Präzise und klare Sätze sind für die meisten Texte im Internet eine gute Zielsetzung.

Nominalstil und Füllwörter

In meinem Beitrag markiert das Tool 18 Wörter als unnötigen Nominalstil rot. Wörter wie „Verbreitung, Vorbereitung, Darstellung oder Auswertung“ lassen sich durchaus durch die Verben „verbreiten, vorbereiten, darstellen oder auswerten“ ersetzen. Der einfachste Weg ist: Übung, Übung….nein, üben, üben, üben.

Füllwörter schleichen sich meist in den Text ein, wenn irgendwo während des Schreibens im Hinterkopf eine Stimme flüstert: „Nicht zu kompliziert schreiben! Nicht zu kompliziert schreiben!“ In meinem Blog-Beitrag war diese Stimme scheinbar ziemlich präsent. 36 Füllwörter wurden mir angemarkert. „Auch, sehr, nur, eben, jedoch, bereits oder eigentlich“ fließen oftmals unbewusst in Texte mit ein. Wobei ich da auch denke, Füllwörter sind manchmal sinnvoll – es kommt nur auf den Text an. In einer Produktbeschreibung lasse ich sie weg. In einem Blog lassen sie sich durchaus als Stilmittel einsetzen. Interessant ist, dass das Tool mir als Richtwert für Füllwörter „244“ angibt – also ein Fünftel des Textes. Da das Textanalyse-Tool sich bisher in einer Beta-Phase befindet, finde ich das jedoch nicht so schlimm.

Abkürzungen vermeiden

Das Tool hat mir „etc.“ als unnötige Abkürzung gelb markiert. Dort, wo es geht, lassen sich Abkürzungen meist vermeiden. In Fachtexten zu Gesetzen und Verordnungen eher nicht.

Grün, grün, grün sind alle meine Texte

Den letzten Abschnitt der Analyse bilden die Aspekte, die gut sind und daher mit einem positiven grün markiert sind. Die Idee des Tools ist es ja, dass über die Ampel-Auswertung im Idealfall die Analyse eines Textes ausschließlich grüne Punkte liefert – der perfekte Text. Was gut ist:

  • keine zu langen Wörter
  • keine langen Sätze
  • keine Wenn-Dann-Sätze
  • alle Zahlen ausgeschrieben
  • keine Phrasen
  • keine unpersönliche Sprache

Was fang ich mit den Informationen an?

Grundsätzlich lässt sich durch die Analyse ein Text optimieren. Die verwendeten Kriterien zeigen, wodurch ein Text schwer lesbar wird. Leider lässt sich bei dem Tool der Text nicht parallel dazu editieren. Also bleibt bisher nichts Anderes übrig, als den Text zu bearbeiten und anschließend wieder mit dem Tool zu testen. Diesen Nachteil macht das Tool aber durch weitere nützliche Informationen wett. Die Macher dahinter bieten zahlreiche Tipps zu Texterstellung – mit dem Fokus auf Online-Shops mit Produktbeschreibungen. Aber auch zu Pressemitteilungen findet sich hilfreicher Content. Die jeweiligen Reiter „SEO Produktbeschreibungen“ und „SEO Texte“ zu nennen, finde ich persönlich nicht mehr zeitgemäß. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass hochwertiger, nutzerzentrierter Content erfolgreich ist und diese Entwicklung auch langsam im Bereich SEO ankommt.

Fazit

Textanalyse-Tool.de bietet eine gute Möglichkeit, Texte unkompliziert auf Ihre Lesbarkeit hin zu überprüfen. Wenn Sie nur ab und zu mit Text arbeiten, gibt das Tool nützliche Hinweise zur Formulierung. Kein Tool kann jedoch bei der strategischen Vorarbeit helfen. Denn jedes Format – Produktbeschreibung, Pressemitteilung oder Webseitentext – hat eine andere Funktion und ein anderes Ziel. Eine zielführende Strategie umfasst unter anderem:

  • Zielgruppenanalyse: Wer ist die Zielgruppe?
  • Wahl des passenden Formats: Pressemitteilung, Blog oder Produktbeschreibung?
  • Zielsetzung: Was erreicht der Text optimalerweise?
  • Textbriefing: Tonalität, Länge, Inhalt, Struktur, Gliederung, Keywords
  • Textoptimierung und Lektorat
  • Live stellen
  • Monitoring und Überprüfung der Ziele

Tool Tests als Content-Format nutzen

Information und Wissen – dies sind zwei ganz wesentliche Faktoren für Erfolg. Im ersten Moment mag dies wie der Einstieg zu einem Seminar bei einem Erfolgsguru klingen. Ohne allzu philosophisch zu werden, lassen sich durch Informationen und Wissen Projekte, Aufgaben, Pläne erfolgreich durchführen. Und Tools sind in diesem Zusammenhang wichtig und werden immer bedeutender. Die Gründe dafür sind vielfältig. Sie erleichtern unsere Arbeit. Sie ermöglichen uns, kreativ zu sein. Sie werten Daten für uns aus. Tool Tests schlagen zwei Fliegen mit einer Klappe. Einerseits teste ich ein Tool, um entscheiden zu können, ob es mich in meiner täglichen Arbeit unterstützen kann. Andererseits gebe ich mein Wissen und meine Eindrücke weiter. Der Wert für die Leser liegt darin, einen ersten Eindruck eines Tools zu bekommen, ohne das Tool selbst ausprobieren zu müssen.

Für welche Zielgruppe eignen sich Tool Tests?

Tool Tests sind klassische Formate für Blogs und Foren. Somit lassen sie sich durchaus für Unternehmen und Blogger nutzen. Bei Unternehmen besteht die besondere Herausforderung darin, sich optimal als Experten bei der vorher festgelegten Zielgruppe zu positionieren. Der Tool Test ist in besonderem Maße ein persönliches Content-Format. Die Leser möchten in erster Linie einen Testbericht. Aber zusätzlich stellt sich die Frage: Wer hat den Text geschrieben? Und warum? Authentizität ist bei einem Tool Test entscheidend. Aus diesem Grund sollte stets transparent sein, warum ein Tool getestet wird.

Ich habe beispielsweise vor einigen Monaten das Onpage-Tool „OnpageDoc“ getestet. Die Macher des Tools haben diesen Blog-Beitrag von uns im Tool verlinkt, damit die Nutzer zu jedem Thema wie SEO oder Text hilfreiche Tipps auf externen Seiten nachlesen können. Darüber entstand ein Kontakt, ich testete das Tool mit einem Test-Account. Im Nachgang wurde ich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, einen Tool Test zu verfassen. Gesagt, getan und im Text transparent geschildert, wie es dazu kam.

Ich persönlich denke, dass sich für nahezu jedes Unternehmen oder jeden Blog bestimmt fünf bis zehn Tools finden lassen, die sich in einer Artikel-Reihe präsentieren lassen. Neben der Reihe lässt sich ein großer Beitrag mit den wichtigsten Tools machen. So gibt es mittlerweile Toolparaden in Anlehnung an die Blogparaden. Einen solchen Beitrag zu meinen liebsten Online-Tools lesen Sie hier. Nehmen Sie sich doch zehn Minuten Zeit und überlegen Sie, ob Ihre Zielgruppe oder Zielgruppen einen Mehrwert von diesem Content-Format hätten.

Was ist bei einem Tool Test zu beachten?

Neben Authentizität sind drei Dinge bei einem Tool Test entscheidend:

  1. detaillierte Beschreibung des Tools
  2. visuelle Aufbereitung mit Screenshots
  3. eigene Meinung zur den Vor- und Nachteilen

In der Praxis lassen sich weitere Punkte berücksichtigen. Fällt Ihnen beispielweise etwas auf oder entstehen Fragen, wenden Sie sich doch einfach an die Entwickler des Tools. Dieses Feedback lässt sich meist unkompliziert mit in den Testbericht aufnehmen. Möglicherweise entsteht dadurch ein reger Austausch – und möglicherweise nehmen die Tool-Macher Ihre Anregungen auf.

Fazit

Ein Tool Test lohnt sich doppelt. Einerseits lernen Sie selbst ein neues Hilfsmittel für Ihre tägliche Arbeit kennen. Und andererseits lassen Sie Ihre Zielgruppe daran teilhaben. Scheuen Sie nicht den Aufwand, die Testberichte ausführlich und optisch ansprechend zu gestalten. Ihr Ziel haben Sie erreicht, wenn der Leser nach der Lektüre Ihres Berichts alles Wichtige zum Tool weiß.


 

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geschrieben von: Carsten Weißmann

Carsten Weißmann

Carsten ist nicht nur Online-Redakteur bei textbest, sondern hat auch als Content-Controller stets die Zahlen im Blick. In unserem Blog schreibt er über Monitoring, Tools und andere Wege, gute Zahlen zu erreichen.

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