Storytelling – warum jedes Unternehmen Geschichten erzählen sollte

Auf der Bühne des freien Marktes ist kein Platz für Langweiler. Die besten Geschichten siegen – wer unterhält, behält Recht. Story-Marketing macht Ihr Unternehmen einzigartig und unvergesslich. Warum das so ist, lesen Sie in unserem Blog.

Story-Marketing und Storytelling für Unternehmen

Story-Marketing mach Ihr Unternehmen einzigartig (Foto: © Sensay | Adobe Stock)

Menschen lieben Geschichten – und das bereits seit Jahrtausenden. Ob eine Erzählung am Lagerfeuer, Grimms Märchen oder eine gelungene Werbung: Gute Geschichten fesseln Zuhörer und Leser, bleiben lange im Gedächtnis und werden weitererzählt. Es führt also kein Weg daran vorbei, Storytelling in der Unternehmenskommunikation einzusetzen. Das bedeutet natürlich nicht, dass Sie sich irgendwelche abstrusen Geschichten zu einem langweiligen Sachverhalt, Produkt oder Unternehmen ausdenken sollten. Beim Story-Marketing geht es vielmehr darum, eine Dramaturgie im scheinbar Sachlichen zu entdecken – und darüber Geschichten zu erzählen. Dazu bedarf es keiner besonders spannenden Branche oder nie dagewesener Produkte. Sie müssen nur glaubwürdig herüberbringen, was Ihr Unternehmen auszeichnet.

Wie Geschichten Assoziationen hervorrufen

Es gibt verschiedene Dinge, die bei uns Assoziationen hervorrufen, z. B. Symbole, Bilder oder Sprache. Nichts allerdings ist so wirkungsvoll wie gute Geschichten. Dies können Sie nutzen, um der Zielgruppe das eigene Unternehmen, die Produkte oder die Leistungen näher zu bringen – mit Geschichten aus der Unternehmenshistorie, von begeisterten Kunden oder aus dem Leben der Mitarbeiter. Setzen Sie in Ihrer Unternehmenskommunikation auf Storytelling, erfährt die Bezugsgruppe etwas über die Menschen im Unternehmen, über die Beweggründe ihres Handelns, über Hochs und Tiefs.

Was unser Fühlen beeinflusst

Wir alle fühlen, denken und handeln auf Grundlage von kulturell erlernten Werten, die uns häufig nicht bewusst sind. So kommt es, dass wir bestimmten Dingen in unserem Leben eine besondere Bedeutung beimessen, etwa einem Auto, einem Rollenmodell oder einer bestimmten Art von Essen. Hinzu kommen unzählige Erinnerungen und Erfahrungen aus unserem ganzen Leben. Auch wenn wir uns vielfach nicht einmal an konkrete Sachverhalte erinnern, prägen die vielen impliziten Erinnerungen unser Weltbild, unsere Eindrücke und unsere Gefühle. Und diesen Umstand können Sie sich beim Storytelling in Unternehmen zunutze machen.

Warum wir uns an Geschichten besser erinnern als an Fakten

Der Mensch verfügt über zahlreiche neuronale Netzwerke, die sich um das Speichern von Geschichten kümmern. Forscher sprechen hier vom sogenannten episodischen Gedächtnis. Dieses verfügt über enorme Kapazitäten. In ihm werden Episoden des eigenen Lebens, Archetypen, Mythen und eben auch Geschichten gespeichert.

Dass Geschichten hängenbleiben, hat noch einen weiteren Grund: Eine spannende Geschichte wird bereits während des Zuhörens oder Lesens mitgedacht, ja regelrecht miterlebt. Im besten Fall ist das Gehirn also nicht erst im Nachhinein damit beschäftigt, die Fakten zu verarbeiten. Bereits während der Geschichte wir das Transportierte gespeichert und emotional verknüpft. Zum Beispiel indem man sich überlegt, wie das Vorgestellte das eigene Leben bereichern könnte. Die Informationen, die wir im Anschluss erhalten, sind also schon neuronal vorbereitet und landen quasi auf bestelltem Boden.

Genau deshalb sind Storytelling und Story-Marketing auch so wichtig für Unternehmen. Die manchmal hervorragend und manchmal weniger sinnstiftend umgesetzten Geschichten kennen wir vor allem aus Fernseh-Werbespots oder den sozialen Netzwerken.

Gelungenes Storytelling-Beispiel – Edekas Meisterstreich

Einen absolut durschlagenden Erfolg konnte Edeka mit einer Werbung in der Weihnachtszeit 2015 verbuchen. Es geht in ihr nicht um Lebensmittel, es geht um einen Lebensmittelpunkt: die Familie. Über 49 Millionen Aufrufe bei YouTube und mehrere Auszeichnungen hat der Clip erreicht. Die Geschichte kannte nach einmaligen Ansehen jeder, die allermeisten Zuschauer bekamen eine Gänsehaut, viele konnten nur mit Mühe die Tränen zurückhalten – und die wenigsten haben den Spot wieder vergessen.

Wie emotional wir auf Geschichten reagieren, hängt natürlich maßgeblich von den eigenen Erfahrungen ab. Es gibt aber auch Gefühle, die viele Menschen teilen. Das Gefühl, zu wenig Zeit für die Familie zu haben, und der Wunsch, Weihnachten mit seinen Liebsten zu verbringen, gehören definitiv dazu.

 Drei gute Gründe für Storytelling im Marketing

  1. Storytelling macht Ihr Produkt zum Sympathieträger
    Ob sich Milch und Schokolade verlieben oder der Hobbit bei der Allianz versichert gewesen wäre – diese Geschichten heben Ihre Marke auf eine charmante Art und Weise ins Bewusstsein.
  2. Storytelling macht Sie einzigartig
    Ihre Storys sind in Ihrer Unternehmenskultur und -historie begründet. Zum Beispiel entdeckte ein Tischlermeister seine Liebe zu Holz bereits im zarten Alter von 7 Jahren, als er sah, wie sein Großvater daraus einen Stuhl fertigte. Die persönliche Geschichte steht im Produktkatalog, findet bei Präsentationen und in Interviews Verwendung.
  3. Storytelling wirkt magnetisch
    Stellen Sie sich ein Produkt vor, das so wenig sexy ist wie eine Eieruhr. Was wäre, wenn Sie dieses nicht mit – in diesem Fall wirklich uninteressanten – Produktinformationen oder beschreibenden Adjektiven bewerben? Wenn Sie eine atmosphärische Geschichte über den Countdown zum Genuss erzählen? Dann steht nicht mehr das Produkt im Fokus, sondern sein konkreter Nutzen und die positiven Gefühle, die mit ihm verknüpft werden.

Machen Sie aus Ihrer Geschichte einen Umsatzhebel: Story-Marketing

Es gibt zu jedem Produkt oder Unternehmen Geschichten, die erzählt werden sollten. Wir wollen allerdings ehrlich sein: Sie zu finden, aufzuschreiben oder zu verfilmen erfordert Zeit und Kreativität. Ein paar Ideen für Geschichten, die Sie erzählen könnten, haben wir für Sie zusammengestellt:

  • Aus welcher Situation hat sich Ihr Unternehmen entwickelt?
  • Was treibt Ihr Team täglich an?
  • Für welche Probleme oder Bedürfnisse haben Sie die Lösung?
  • Wie verändert Ihr Tun/Produkt das Leben Ihrer Kunden?
  • Welche Geschichten erzählen Ihre Kunden?
  • Wie spornt Kundenfeedback Ihre Leistung an?
  • Welche außerplanmäßigen Nutzungen könnte Ihr Produkt hergeben?

Und noch ein wichtiger Tipp: Versuchen Sie bitte nicht, um jeden Preis witzig zu sein. Nicht jeder Witz kommt gut an und nicht jede Story zahlt auf Ihre Reputation ein.

Unser Fazit: Legen Sie los!

Zu jedem Unternehmen, zu jedem Produkt gibt es authentische Geschichten. Sie können aufgeschrieben oder in Form von Bildern und Videos transportiert werden – vor allem aber sollten sie erzählt werden, und zwar von Ihnen. Gerne unterstützen wir Sie dabei. Haben Sie noch Fragen zum Thema Storytelling, dann kontaktieren Sie uns!


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geschrieben von: Miriam Berneike

Miriam Berneike

Miriam ist Gründerin und Geschäftsführerin von textbest und als Diplom-Juristin stets auf der Suche nach rechtlichen Neuerungen im Web. Darüber hinaus gibt Miriam gern Input zu universellen Themen wie Zeitmanagement und Unternehmensorganisation.

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