Keyword-Recherche: Gibt es ein Leben nach dem Google Adwords Keyword-Tool?

Wir Texter sind eine merkwürdige Gattung. Ob für die Internetseite des Lieblingscafés, den Online-Shop mit Riesensortiment oder der neueste Web-Dienst – an Keyword-Ideen mangelt es meist nicht, dennoch ist das Keyword-Tool von Google Adwords unser bester Freund und treuester Begleiter im Texteralltag. Was also tun, wenn Google plötzlich beschließt, dass die Keyword-Recherche nur noch für Anzeigenkunden sinnvoll ist?

Google: Keyword-Planer ersetzt Keyword-Tool

Laut Google soll der sogenannte Keyword-Planer die Funktionen des Keyword-Tools und des Traffic Estimators vereinen und dadurch die Planung von Adwords-Kampagnen erleichtern. Was eine bessere Planung für Werbekampagnenkunden verspricht, ist für die Suchmaschinenoptimierung ein herber Rückschlag. Da Google der Suchmaschinenoptimierung nicht unbedingt wohlbesonnen ist, ist die Abschaffung des Keyword-Tools der nächste logische Schritt. Zahlreiche Medien berichteten bereits im Mai, dass das Keyword-Tool Ende Juli abgeschaltet werden soll. Noch kann das Tool zur Keyword-Recherche genutzt werden, die Anzeige von Google vermeldet aber weiterhin, dass das Keyword-Tool in wenigen Monaten nicht mehr verfügbar sein wird.

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Enthusiasten können wohl hoffen, dass Google einfach vergisst, das Tool abzuschalten. Für den entgegengesetzten (und eher wahrscheinlichen) Fall hier einige Alternativen.

Der Google Keyword-Planer – Suchvolumina prüfen

Den Keyword-Planer von Google findet man in seinem Google Adwords-Konto an dieser Stelle:

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Die Keyword-Recherche mit dem Keyword-Planer gestaltet sich etwas frustrierend. So musste die einfache Bedienung des Keyword-Tools Spalten wie dem durchschnittlichen CPC (Cost per Click) weichen. Zwar werden Suchanfragen und Wettbewerb weiterhin angezeigt, jedoch sind die Keywords nach Keyword-Gruppen sortiert. Eine schnelle Sortierung aller Keywords nach Wettbewerb oder Suchvolumen ist nicht mehr möglich. Außerdem darf man den Keyword-Planer nur nutzen, wenn man sich bei Adwords angemeldet hat. Die Personalisierung wird darin münden, dass angepasste Keyword-Vorschläge für das jeweilige Adwords-Konto angezeigt werden – die anonyme Suche ist somit passé.

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Google Trends, Google Webmaster Tools, Google Suggest – die üblichen Verdächtigen

Auch andere Google-Dienste bieten Einblicke in die Daten des Suchmaschinengiganten, jedoch sind Keyword-Kombinationen damit schwer recherchierbar. Google Trends zeigt wie der Name schon sagt lediglich eine Prognose hinsichtlich des Keywords. Beim Suchbegriff „Textagentur“ (480 monatliche Suchanfragen) sagt Google Trends aber: „Das Suchvolumen ist zu gering, um Ergebnisse anzeigen zu können.“ Den Versuch, Long-Tail-Keywords mit Google Trends recherchieren zu wollen, können wir also gleich bleiben lassen. Auch die Google Webmaster Tools bieten einige Optionen für die Keyword-Suche – jedoch nur für die eigenen Webseiten. Auch Google Suggest kann eine Möglichkeit sein, relevante Keywords zu suchen, und nicht zu vergessen: Die Google-Suche selbst kann eine unendliche Quelle der Inspiration sein.

Wordtracker & Co. – Tools für die internationale Suche

Eines vorweg: Fans des Google Keyword-Tools werden mit den oben genannten Alternativen nicht  glücklich werden. Wer auf der Suche nach einem vergleichbaren Tool zur Keyword-Recherche ist, wird höchstens im englischsprachigen Raum fündig – allerdings liefert die Recherche von deutschen Keywords hier ebenfalls keine befriedigenden Ergebnisse. Wer auf Englisch schreibt, kann das Tool Wordtracker nutzen, das auf die Daten von Dogpile.com und Metacrawler.com zurückgreift. Auf dem deutschsprachigen Markt tummeln sich zwar einige Kandidaten, ein Tool mit einer starken Datenbasis haben wir jedoch bislang nicht gefunden. Entweder es handelt sich um kostenlose Tools mit einer eher mitleidigen Suggest- oder Synonym-Funktion oder um teure SEO-Tools, die eher auf Linkbuilding als auf Keyword-Recherche ausgerichtet sind.

Texten ohne das Google Adwords Keyword-Tool – wie geht das?

Zwar bieten weder der Keyword-Planer noch die anderen Google-Dienste eine echte Alternative zum altbewährten Keyword-Tool, schöne Keywörter lassen sich aber auch ohne das Tool finden. Hier gilt: Nie den gesunden Menschenverstand ausschalten. Wer bisher geglaubt hat, dass er jeden Text mit Keywords aus dem Keyword-Tool spicken kann, sollte seine gesamte Textstrategie überdenken. So sollte der erste Gedanke dem Leser und seinen Bedürfnissen gelten. Also sind folgende Fragen sinnvoll:

  1. Um welches Thema geht es in meinem Artikel? Das ist zwar banal, wird aber oftmals vernachlässigt.
  2. Was erwartet ein potenzieller Leser bei diesem Thema? Dem Leser sollte man geben, was er braucht: Informationen, einen lustigen Blog, ein Video-Tutorial etc.
  3. Welche Ergebnisse zeigt Google bereits auf der ersten Seite an? Von der Konkurrenz kann man auf seine Chancen schließen. Ist die erste Seite dominiert von starken Playern wie Stern und Bild, womöglich noch einem Bundesministerium und der Verbraucherzentrale, kann man davon ausgehen, dass der eigene Beitrag auf einem mittelständischen Vergleichsportal nicht gut ranken wird.

Fazit: Google Keyword Planer, Google Suggest und Google Webmaster Tools können bei der Keyword-Recherche helfen, vor allem aber sollte man seinen gesunden Menschenverstand einschalten! Den eigenen Artikel sollte man nicht nur interessant finden, sondern ihn auch ohne zu zögern bei Facebook teilen oder anderen als die beste Quelle zum Thema empfehlen können.

geschrieben von: Deliana Czech-Toschmakov

Deliana Czech-Toschmakov

Deliana ist als Gründerin und Geschäftsführerin von textbest meist in strategischen Themen unterwegs. In unserem Blog textet sie über Content-Marketing für KMU, crossmediale Strategien oder die Schnittstellen zu anderen Disziplinen.

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