Das Interview: Mehr als nur Frage-Antwort

Content: Marketing mit InterviewsDas Interview ist im Journalismus seit jeher ein beliebtes Format. Wer einen besonders beeindruckenden Redepartner an Land ziehen kann, sorgt dank diesem für Aufmerksamkeit – und profitiert doppelt! Wie sich eine Befragung im Content-Marketing am besten anwenden lässt und worauf es dabei ankommt, erfahren Sie in diesem Artikel. Für unser Interview konnten wir mit Laurens Mauquoi einen erfahrenen Experten gewinnen, der uns seine Gedanken zur Verbindung von SEO, Communications und Content-Marketing mitteilt. Mit wertvollen Tipps zu Interviews und zu möglichen Stolperfallen unterstützt uns Jan Schulze-Siebert.

Experten-Interview mit Laurens Mauquoi


Laden Sie sich das Interview mit einem Klick in den Reader:
„Experten-Interview mit Laurens Mauquoi“

 

Das Interview als Content-Format

Mit diesem Blog-Beitrag zeige ich die Marketing-Chancen von guten Interviews auf und verdeutliche, welche Stolperfallen und Hindernisse es dabei geben kann. Für Profi-Tipps konnte ich den Interview-Experten Jan Schulze-Siebert vom Vergleichsportal vetalio gewinnen, der diesen Artikel mit persönlichen Tipps bereichert.

Interviewexperte Jan SiebertJan Schulze-Siebert
Leiter Online-Marketing und Online-Redaktion bei vetalio, seit März 2013
Alter: 26
Vetalio stellt als unabhängiges Vergleichsportal vor allem Erfahrungsberichte zu Online Services, Onlineshops, Software und Hardware kostenlos zur Verfügung.


Jans Top 3 Tipps für ein vielversprechendes Interview:

  • interessanten Aufhänger mit durchdachten Fragen wählen
  • fünf bis sechs Fragen sind vom Umfang ausreichend
  • roten Faden beachten, aber auch flexibel auf Situationen reagieren können


Das Interview ist uns vor allem als klassische journalistische Darstellungsform bekannt. Im Journalismus hat es sich schon lange als Publikumsmagnet etabliert: Das Sommerinterview mit Angela Merkel ist das Tagesthema bei den Öffentlich-Rechtlichen, ein Interview mit George Clooney im Kulturteil schafft es unter Umständen auch auf die Titelseite der Wochenzeitung. Interviews mit Prominenten, egal in welcher Branche, sorgen für gute Einschaltquoten, hohe Auflagen und haufenweise Klicks: Sie zahlen sich aus.
Tolle Interviewpartnerinnen oder tollen Interviewpartner lassen sich vielfältig für das Content-Marketing nutzen – für uns und für sie bzw. ihn! Besonders wirkungsvoll wird das Interview, wenn es tatsächlich Inhalte transportiert und nicht lediglich der hundertste Aufguss von 08/15-Fragen ist.

Mal was anderes? Das Interview als Content-Format

Jedes Unternehmen, das seine Online-Präsenz grundlegend nach einem gesunden Content-Marketing-Prinzip ausgerichtet hat, kann das Interview als besonders vielversprechendes Content-Format nutzen.

„Ein Gespräch aus Frage und Antwort liest sich lebendiger, abwechslungsreich und zudem persönlicher. Außerdem werden Texte im Netz zu 80 Prozent nur gescannt und nicht gründlich gelesen, daher gilt ein Interview mit seiner klaren Struktur als ein sehr nützliches Content-Format.“


Das Interview macht sich am besten im firmeneigenen Blog oder im Magazin. Wer seine Redepartner strategisch auswählt, profitiert letztlich von ihren Aussagen. Das trifft für Experten zu einem Thema zu. Aber auch auf Personen mit hoher Strahlkraft wie beispielsweise Prominente. Wichtig ist: Ein Interview lebt vom Interviewten und ebenfalls von den passenden Fragen. Durch sie lässt sich ein thematischer Bogen schlagen, der die Leser an das Interview bindet und im Nachgang darüber hinaus zentrale Aussagen hängen bleiben.

Das Interview als Bühne für Meinungsführer

Das Interview ist das perfekte Format, um eine Person, eine neue Entwicklung oder eine einschlägige Meinung aufzuzeigen und kann sich an ganz spezifische Zielgruppen richten. Es kann zum Beispiel dazu verwendet werden, wichtige Repräsentanten vorzustellen, zum Beispiel als Portrait. Die interviewte Person, zum Beispiel ein interner Neuzugang oder einen neuer Aufsteiger in der Branche, kann auf einem Blog längerfristig unter Rubriken wie etwa „Kopf des Monats“ hochgehalten werden.

„Sie erreichen mit dem Interview eine Zielgruppe, die fachlich mit dem Thema und der Branche vertraut ist.“


Am häufigsten werden Interviews jedoch durchgeführt, um die Meinung eines Experten zu einem bestimmten Thema einzuholen. Er fungiert dadurch als Meinungsführer, an dessen Ansichten sich Leser orientieren können. Hat ein Interview diesen besonderen Nutzen für den Leser, sind hohe Klickzahlen höchstwahrscheinlich. Kommt die Meinung auch noch von einem bekannten und angesehenen Experten, ist das Interview als Content-Format eine optimale Marketingmaßnahme.

Der doppelte Wert der Expertenstimme

Die Expertenbefragung ist das optimale Format für gutes Influencer-Marketing: Content-Marketing-Manager nehmen direkt Kontakt zu Meinungsführern aus ihrer Branche auf und bringen ihr Unternehmen über das Interview mit ihnen in Verbindung. Mit einem ausgewählten Interviewpartner kann sich ein Unternehmen also rühmen. Gleichzeitig gibt die Firma dem Befragten selbst eine Bühne, auch er profitiert davon.

„Tipps, Hinweise und Aussagen von Experten sind branchenintern sehr wertvoll und werden gerne über Social-Media-Kanäle geteilt. Auch wird sicherlich Ihr Interviewpartner das Interview über seine eigenen Kanäle an seine Follower streuen.“


Optimaler Image-Aufbau also. Weil das Interview den Wortlaut des Experten wiedergibt, ist es außerdem idealerweise besonders aussagekräftig. Das weckt das Interesse der Leser – Interviews werden geklickt. Die Meinung eines Branchenexperten kann wesentlich dazu beitragen, Inhalte verständlicher und anschaulicher zu machen. Der Gesamtinhalt einer Firmen-Webseite erhält damit einen tollen inhaltlichen Mehrwert. Und das ist wichtig: Nutzen Sie das Interview nicht für platte Werbebotschaften. Bieten Sie spannende Inhalte. Planen Sie das Seeding des Interviews. Und alles andere, wie die Vorteile für die Markenkommunikation, hohe Klickzahlen oder zahlreiche Social Signals kommen fast von selbst.

Interview in allen Formaten

Das Interview lässt sich in verschiedenen Formen realisieren. Klassisch ist das verschriftlichte Interview: Mit einem Portraitfoto des Befragten wird das Gespräch anschaulich aufbereitet. Die Struktur ergibt sich von selbst – Fragen und Antworten führen in der Formatierung zu einem übersichtlichen Text und tragen dadurch zur Nutzerfreundlichkeit (und nicht selten zu guten Rankings) bei.

„Vom produzierten Video über einen aufgenommenen Podcast bis zur schriftlichen Veröffentlichung ist alles möglich.“


Wer generell schon viel Text auf seiner Seite hat, kann das Interview auch nutzen, um stattdessen ein Video zu posten: Das erfordert natürlich einiges mehr an Aufwand: Das Interview sollte in dem Fall professionell geführt und gefilmt werden – ein seriöses, gut beleuchtetes Setting, eine gute Kameraführung (eine Stativaufnahme schaut sich niemand bis zum Ende an), eine schöne Schnittüberarbeitung und natürlich ein gutes Gespräch sind hier Pflicht. Wenn ein besonders beeindruckender Interview-Gast zur Verfügung steht, kann sich der zeitliche und finanzielle Mehraufwand durchaus lohnen. Eine weitere Möglichkeit ist der Podcast. Er eignet sich eher für kurze Interviews und als unterstützender Content zu anderen Interview-bezogenen Inhalten.

Vorbereitung ist das A und O

Ein gutes Interview hängt nicht nur von einem repräsentativen Befragten ab, der sich verständlich ausdrücken kann, sondern natürlich auch vom Interviewer. Und der muss vorbereitet sein, denn eine professionelle Befragung verlangt weitaus mehr, als nur von vornherein festgelegte Fragen abzuhaken. Natürlich möchte man sich vor dem Experten auch nicht blamieren.

„Man sollte genügend Zeit in die Vorbereitung des Interviews stecken. Ein gutes Konzept und klar definierte Fragen sind das A und O. Darüber hinaus gilt es, mit dem Interview-Partner die Erwartungen an Zielgruppe und Tiefgang der Antworten abzustimmen. Offene W-Fragen sind generell zu bevorzugen, können aber auch mit geschlossenen Fragen kombiniert werden.“


Dem Interviewer muss klar sein, welche Antworten er unbedingt benötigt; hieran sollte der rote Faden ausgerichtet sein. Er muss sich mit dem Thema der Befragung auskennen, Aussagen einordnen und intelligent nachfragen können. Wichtig ist es auch, den Interviewten selbst einzuordnen: Was ist seine Position, aus welchem (Arbeits-)Umfeld kommt er, aus welcher Perspektive spricht er zu meinem Thema? Wenn diese Zusammenhänge klar sind, stehen die Chancen gut, dass sich ein echtes, lockeres Gespräch entwickelt.

Mit Authentizität punkten!

Mit einem gut geführten Interview im eigenen Blog kann das Unternehmen auch zusätzliche Sympathiepunkte sammeln. Lassen Sie das Interview zu einem echten Gespräch werden und kleben Sie nicht an dem vorbereiteten Ablauf fest. Solange die wichtigsten Fragen beantwortet werden, ist Abschweifen auf jeden Fall erlaubt und offenbart oft interessante Hintergrundinformationen. Je nach Thema der Befragung, dürfen auch lockerere Fragen und humorvolle Anmerkungen integriert werden. Neben fachlichen Fragen macht ein „Was machen Sie gerne nach Feierabend?“ das Gespräch persönlicher und für den Leser oder Hörer viel authentischer. Der Interviewer kann mit gescheitem Nachhaken und einem freundlichen Auftreten die Leser für sich und sein Unternehmen gewinnen.

Unser Fazit

_FazitcatDas Interview als Content-Format ist eine echte Chance, um sich als Unternehmen online zu profilieren: Erstens durch die gezielte Wahl eines angesehenen Interviewpartners, zweitens durch das Transportieren von wertvollen und neuen Inhalten sowie drittens durch die Fähigkeit, eine professionelle Befragung ansprechend durchzuführen. Nutzen Sie diese Chance für Ihre Content-Strategie und profitieren Sie von den Vorteilen durch Content-Seeding.

 

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geschrieben von: Anne Strandt

Anne Strandt

Anne textet bei uns nicht nur fürs Web, sondern arbeitet zusätzlich an der Online-PR-Front. Unsere fröhliche Powerfrau bringt bereits viel Praxiserfahrung aus den Bereichen Print- und TV-Journalismus mit.

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