Content: Welche Faktoren zählen 2014 für das Ranking?

Was sind die SEO-Ranking-Faktoren im Jahr 2014 und mit welchen kleinen Griffen können die Inhalte und Rankings positiv beeinflusst werden? Und sind dadurch die Zukunftsaussichten im Content-Marketing noch rosiger als zuvor?

Wenn es um Artikel, Studien und Meinungen für oder gegen Content-Marketing geht, ist das Netz voll bis oben hin. Je nachdem aus welcher Branchen-Nische die Publikationen stammen, liest sich das Online-Konvolut teils sehr tendenziös. Der große Vorteil der Studien und Artikel ist aber, dass sie insgesamt auf einer breiten Daten- oder Meinungsgrundlage Einblicke in die digitale Welt, in aktuelle Entwicklungen und auch zu ganz spezifischen Einzelaspekten des World Wide Web liefern. Anstoß für diesen Artikel ist beispielsweise die unlängst von Searchmetrics veröffentlichte Studie „SEO Ranking-Faktoren und Rang-Korrelationen 2014“. Die insgesamt 93 Seiten sind schon jetzt Pflichtlektüre für SEO-Profis und für die digitalen Marketing-Spezialisten in Deutschland. Zu welchen Ergebnissen kommt die Studie und was lässt sich daraus für unsere tägliche Arbeit ziehen?

Hochwertiger Content wichtig – und vieles andere auch

Um die Ergebnisse der Studie vorwegzunehmen: Hochwertiger Content und Terme mit semantischer Nähe sowie Social Signals, eine gute Seitenstruktur, User-Signals, Brands und Backlinks sind wichtig für die Top-Rankings. Dies sind im Kern keine neuen Informationen. Ähnlich wie die Angabe, dass Suchmaschinen die Relevanz von Seiten stets vielschichtig betrachten. Es ist ja bereits einige Zeit Common Sense, dass Suchmaschinen – oder nennen wir das Kind beim Namen: Google – ein viel besseres Verständnis für Suchabsichten und Suchanfragen entwickelt hat. Die Studie kommt also zu wenig revolutionären Ergebnissen, das aber auf Basis eines Keyword-Sets von 10.000 informationsbasierten Top-Suchbegriffen für Google Deutschland bei etwa 300.000 der Top-30-Suchergebnisse. In der beachtlichen Datenbasis, den kleinen Detailergebnissen und den sichtbar werdenden Tendenzen, die insgesamt ein gutes Zeichen für Content-Marketing sind, liegt der große Nutzen der Studie von Searchmetrics.

Kommen wir zum Content

Die Studienergebnisse zum Content zeigen, dass sich die potenziell einflussreichen Faktoren in drei unterschiedliche Gruppen einteilen lassen: Content-Beschaffenheit, Verlinkung, Werbemittel. Für die aktuelle Studie wurden die sogenannten Content-Features gegenüber vorherigen Studien noch einmal erweitert. Geordnet nach Korrelationsausprägung wurden berücksichtigt:

  • relevante Terme
  • Anzahl interner Links
  • HTML-Länge
  • Proof-Terms
  • Textlänge
  • Anzahl der Wörter im Text
  • Keywords im Body
  • Keywords in internen Links
  • Keywords in externen Links
  • Anzahl der Sätze im Text
  • Anzahl der externen Links
  • Anzahl der Bilder
  • Keywords in der H1-Überschrift
  • Keywords in H2-Überschriften
  • Adlinks
  • Lesbarkeit nach Wiener Sachtextformel
  • Adsense
  • Anzahl der Adsense-Blöcke
  • WDF*IDF
  • Lesbarkeit nach Flesch
  • Titellänge

Im Vergleich zu den vorangegangenen Studien von Searchmetrics ist deutlich, dass die Faktoren, die bereits früher berücksichtigt wurden, von Google aufgewertet worden sind und rankende Seiten mit Werbeeinblendungen weniger geworden sind. Im Kern können diese Aspekte die Grundlage für Content-Produktion darstellen. Das allein aus diesen Faktoren noch kein automatisches Top-Ranking folgen kann, sollte mittlerweile mehr als deutlich geworden sein. Nicht zu vernachlässigen sind diese Bestandteile jedoch für eine ganzheitliche Content-Strategie, die umfassend die nennenswerten Faktoren und Elemente berücksichtigt.

Ranking-Faktoren 2014 für Content

Infografik: Wichtige Content-Faktoren für potenziell gute Rankings

Top-Ranking durch Semantik, Holistik und Topics?

Wenn die Studie zu dem Schluss kommt, dass Wortsemantik und Kontext für Content relevant sind, lüftet sie damit kein bisher gut gehütetes Geheimnis. Aber auf Basis der Datengrundlage lassen sich die Content-Cluster als Strategie für Content-Marketing stärken. Für handhabbare Cluster müssen jetzt nicht massenweise Semantiker beauftragt werden. Wenn für die Co-Okkurenz-Analysen keine technischen Lösungen verwendet werden, hilft oftmals allein schon das Bauchgefühl. Was würde mich als Nutzer zu einem Thema X alles interessieren? Denn wie bereits seit einiger Zeit sollten alle anderen Aspekte der Qualität des Contents untergeordnet sein – oder diese zumindest nicht allzu negativ beeinflussen.

Onpage die relevanten Faktoren berücksichtigen

Für Onpage-Faktoren kommt die Searchmetrics-Studie schlichtweg zu dem Ergebnis, dass es negativ für das Ranking ist, wenn gewisse Einflussfaktoren nicht berücksichtigt werden. Daher hier lediglich eine nicht nach Bedeutung priorisierte Auflistung der Faktoren:

  • Keywords in URL
  • Flash-Elemente
  • Keywords in Domain
  • Keywords im Title
  • Keywords in der Description
  • H1-Überschrift vorhanden
  • Video-Einbindung
  • Seitengeschwindigkeit
  • H2-Überschriften vorhanden
  • Meta-Description vorhanden
  • Position der Keywords im Title
  • URL-Länge

Weitere Einflussfaktoren, die Sie prüfen können

In der Studie sind zahlreiche Faktoren in die Betrachtung einbezogen worden. Bei der Auswertung der Daten wurden Korrelationen berechnet, die mal mehr mal weniger signifikant ausfallen und denen nicht in jedem Fall die besondere Bedeutung zugemessen werden sollte, die der Korrelationswert vielleicht vermuten lässt. Zu den etwa 50 untersuchten Faktoren zählen – unabhängig ihres potenziellen Einflusses auf das Ranking – unter anderem:

  • relevante Terme
  • Anzahl der Backlinks
  • Anzahl interner Links
  • Textlänge
  • Position der Keywords im Title
  • Anzahl Wörter im Text
  • Ladegeschwindigkeit der Seite
  • Videoeinbindung
  • Keywords in H1-Überschriften
  • Facebook-Kommentare

Technische Aspekte für gutes Ranking

Dass eine ausgereifte technische Webseite die Basis für jede Form von Content darstellt, ist natürlich bekannt. Die Studie bietet aber aktuelle Kennzahlen, die jedem im Hinterkopf bleiben sollten, wenn es um die technischen Grundlagen geht. Laut der Studie beträgt beispielsweise die durchschnittliche Länge einer URL aus den Top 10 gerade einmal 35 Zeichen und die Ladezeit der Seite liegt im Schnitt bei 0,57 Sekunden. Das Suchvolumen des Domain-Namens in den Top 30 liegt bei durchschnittlich 720. Die Handlungsanweisung auf Grundlage der Daten ist somit klar: Für geringe Ladezeiten und die Aktualität der Webseiten sorgen und das Potenzial von Metas und Titles nutzen. Zu berücksichtigen ist allerdings immer, dass auch die technisch ausgereifteste Seite nichts bringt, wenn der Content an der Zielgruppe vorbeigeht.

Backlinks, Social Signals und der Brand-Faktor

Hier konnte die Studie für die Top-Rankings erneut die wichtige Korrelation zwischen der reinen Anzahl von Backlinks und der Wertigkeit der Linkquellen aufzeigen. Interessant sind die Ergebnisse zu den Social Signals. Sie besagen kurz: Die Social Signals sollten nicht überbewertet und auf Plausibilität überprüft werden. Dies spiegelt eine Seite jener Diskussion wider, die in der Branche teilweise sehr emotional geführt wird. Die eine Seite hält die Social Signals für wichtig, die andere Seite eben nicht. Eindeutig lässt sich die Frage nach der Bedeutung der Social Signals wohl nicht beantworten. In jedem Fall spricht aber nichts dagegen, den Social Signals im Rahmen des Content-Marketings ihren Raum zu geben. Zumal das Thema der mobilen Internetnutzung noch bei Weitem nicht ausgereizt ist. Der große Einfluss von Brands auf das Ranking kann hier nicht annähernd umrissen werden, dazu wäre ein eigener Blogbeitrag nötig. Nur kurz: Brands werden von Google absolut bevorzugt.

Last but not least: User-Signals als Feedback für den Content

Für diesen Bereich wurden in der Studie von Searchmetrics die Faktoren Click-Through-Rate, Verweildauer auf der Seite und die Bounce-Rate analysiert. Die Mittelwerte dafür sind in den Top 10 eine CTR von etwa acht Prozent, eine Verweildauer von 162 Sekunden und eine Bounce-Rate von 38 Prozent. Wobei hier wieder anzumerken ist, dass diese Mittelwerte eben nur Mittelwerte sind und diese die Diversität von Suchanfragen und Intention der Suchenden nicht klar abbilden. Aber in Verbindung mit den individuellen Werten eines bestimmten Projektes lässt sich auf Grundlage der Daten dennoch eine handhabbare Vorgehensweise zur Bewertung dieser User-Signals ableiten.

Und was bleibt?

Die Studie von Searchmetrics ist nicht nur umfangreich und aktuell, sondern wurde in vielen Bereichen um weitere SEO-Ranking-Faktoren erweitert, wodurch sich für jeden Teilbereich neue Ansatzpunkte für SEO und Content-Marketing ergeben. Für Content im Speziellen wird die zunehmende Bedeutung von qualitativ hochwertigem Content bestätigt und die Komplexität von Content-Marketing verdeutlicht. Insgesamt lassen sich somit die Inhalte einheitlich auf Basis einer Content-Marketing-Strategie erstellen.

Wer die Studie nicht im Detail lesen möchte, dem seien die wichtigsten Infografiken der Studie für einen Überblick ans Herz gelegt.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (6 Stimmen, Durchschnitt: 4,83 von insgesamt 5)

geschrieben von: Carsten Weißmann

Carsten Weißmann

Carsten ist nicht nur Online-Redakteur bei textbest, sondern hat auch als Content-Controller stets die Zahlen im Blick. In unserem Blog schreibt er über Monitoring, Tools und andere Wege, gute Zahlen zu erreichen.

Teilen Sie diesen Beitrag, wenn er Ihnen gefällt!
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •