Als freiberuflicher Übersetzer erfolgreich? Tipps von Melanie Di-Costanzo

Melanie Di-Constanzo ist freiberufliche Übersetzerin mit FranzösischZahlreiche Berufsbilder sind im Bereich Text zu Hause. Neben Redakteuren und Textern haben es auch Übersetzer täglich mit dem geschriebenen Wort zu tun, kreieren neue Texte zur Kommunikation in einer anderen Kultur, feilen an Formulierungen und denken über Zielgruppe und Konventionen der Zielsprache nach. Schließlich ist die Mehrsprachigkeit längst im Internet angekommen. So werden auch wir von textbest regelmäßig nach Übersetzungen in andere Sprachen gefragt und arbeiten häufig mit hochkarätigen freiberuflichen Übersetzern zusammen. Eine von ihnen ist Melanie Di-Costanzo, Übersetzerin Deutsch-Französisch, Expertin für schwierige Fälle und leidenschaftliche Vertreterin des Berufsbildes. Wir haben Melanie gebeten, uns Ihre Herangehensweise an Ihre Arbeit zu beschreiben.

Melanie Di-Costanzo: Das Berufsbild des Übersetzers wird oft unterschätzt

„Ohhh, ist es nicht zu schwierig? Kannst du davon leben?“ fragt man mich mit einem traurigen, fast mitleidigen Gesichtsausdruck und einem leicht zur Seite hängenden Kopf. Sobald ich Menschen treffe und sie erfahren, dass ich Übersetzerin bin, wird auch schon gefragt, ob ich davon leben kann.

Als ich mich vor 3 Jahren als freiberufliche Übersetzerin selbständig machte, konnte ich die Frage nachvollziehen. Als frische Unternehmensgründerin ist aller Anfang schwer. Arbeitsstunden sollten nicht gezählt werden und man freut sich über jeden noch so kleinen Auftrag. Das kennen alle Start-ups, oder?

Mit der Zeit hat sich mein Spektrum als freiberufliche Übersetzerin aber doch stark weiterentwickelt. Die Frage jedoch bleibt dieselbe – egal von wem und unter welchen Umständen. Aber warum? Warum ist es besonders in unserem Metier so? Gibt es etwa „zu viele“ Übersetzer?

Es gibt Bäckereien an jeder Straßenecke. Werden Bäcker auch gefragt, ob sie davon leben können? Wohl kaum.

Der Beruf des Übersetzers ist eine wunderschöne, einzigartige Tätigkeit. Um davon leben zu können, gibt es ein paar Tipps und Tricks, die ich gerne mit all jenen teilen möchte, die in die „überfüllte“ Berufsgruppe „freiberuflicher Übersetzer“ einsteigen möchten. Es ist vielleicht nicht jedermanns Sache, aber es ist meine Art, mich zu profilieren. Und dieser Unterschied erlaubt mir, letztendlich davon leben zu können.

Meine Tipps und Tricks für freiberufliche Übersetzer:

  • Seine Stärken und Schwächen kennen. Mit anderen Worten sein USP (Alleinstellungsmerkmal) definieren. Was kann ich, was andere nicht können? Welche Texte kann ich gut übersetzen und was macht mir Spaß? Es ist wichtig, immer einen gewissen Fun-Faktor an der Arbeit zu haben. Im Laufe der Zeit habe ich mich auf Webtexte spezialisiert. Ich übersetze Texte für Hotels, Museen und für all diejenigen, die sich auf Französisch oder auch in anderen Sprachen gut präsentieren möchten. Ich arbeite für verschiedene Kunden aus verschiedenen Branchen, was die Arbeit immer abwechslungsreich und spannend macht. Mit Neugierde arbeiten und dabei interessante Themen recherchieren sind Bestandteile meines Berufes, die ich besonders schätze. Das Herz und der Kopf müssen dabei in gutem Teamwork zusammenarbeiten.
  • Von Anfang an Preise festlegen, von denen man leben kann. Billige Dienstleistungen anzubieten (billiger als der Markt) heißt nicht schneller viele Aufträge zu bekommen, sondern als billig eingestuft zu werden, und es ist ungeheuer schwierig, seine Preise im Nachhinein zu erhöhen. Wichtig ist es, dabei eine nachhaltige Perspektive anzunehmen und im Auge zu behalten.
  • Hinausgehen in die weite, weite Welt. Ich verstecke mich nicht hinter meinem Computer, ich lerne Menschen kennen, ich stelle mich vor und vernetze mich. LinkedIn und Xing sind gut, aber analog Menschen aus Fleisch und Blut kennenzulernen ist viel, viel spannender. Wir leben in einem digitalen Zeitalter. Deswegen wird man beinahe schon als exotisch eingestuft, wenn man potenzielle Kunden auf einen Kaffee trifft. Schade eigentlich…

Mit dieser Vorarbeit und diesen Prinzipien habe ich es geschafft, als freiberufliche Übersetzerin erfolgreich tätig zu sein und meinen Kundenstamm stetig auszubauen.

Je mehr Vergnügen Du an Deiner Arbeit hast, umso besser wird sie bezahlt.
Mark Twain

Unter www.translationinberlin.de findet ihr mehr Informationen zu Melanie und könnt sie direkt kontaktieren.

 

geschrieben von: Gastautor

Gastautor

An dieser Stelle veröffentlichen wir im textbest-Blog Beiträge von Gastautoren, die unser Know-how optimal ergänzen und Ihnen Einblicke in angrenzende Themenfelder bieten.

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