7 Low-Budget Content-Marketing-Beispiele, von denen wir lernen können

Spätestens seitdem Content-Marketing auch in Deutschland in aller Munde ist, zerbrechen wir uns den Kopf: Was ist das Geheimnis von Content-Marketing? Wie schaffen wir es bloß, dass User unseren Content finden, lesen, liken, sharen und sonst alles Mögliche damit anstellen, was langfristig Umsatz bringt? Wer schon mal auf einer Content-Marketing-Konferenz war, kennt die üblichen Beispiele für erfolgreiches Content-Marketing. Coca-Cola, Red Bull und IKEA machen einfach was richtig! Aber was machen wir da bloß? KMU oder wie wir uns gerne nennen möchten. Unternehmen ohne ein Millionenbudget, ohne ein Arsenal an Marketing-Gurus und Beratern.

Creativity rules

Meine Antwort: Wir sollten uns auf unsere Kreativität verlassen. Es lohnt in jedem Fall, sich Zeit zu nehmen und über echte Lösungen für die Probleme unserer Kunden nachzudenken. Als Inspiration präsentieren wir daher sieben praxisnahe Content-Marketing-Beispiele, die kein Riesenbudget erfordern. Manche Kampagnen haben kaum Geld gekostet, andere erforderten etwas mehr Budget und vor allem Durchhaltevermögen.

Wer jetzt denkt „Das mache ich dann genauso“, wird enttäuscht. Nachmachen ist im Content-Marketing schlichtweg ausgeschlossen – denn jede Kampagne und jede Herangehensweise lebt von der eigenen Idee, von den Lösungen für die spezielle Zielgruppe. Wir können uns jedoch von dem Mut und der Hingabe dieser Unternehmen inspirieren lassen. Und wer weiß, vielleicht haben wir dabei den nächsten genialen Einfall, der der Internet-Gemeinde ein „Ooooh“ entlockt und bestenfalls gleich die Kasse klingeln lässt.

Unsere Top 7 Content-Marketing-Beispiele aus der Praxis

Content-Marketing-Beispiel #1: The Power of Words

Andrea Gardner nahm nach vielen beruflichen und persönlichen Misserfolgen ihr Leben 2010 selbst in die Hand. Mit der Überzeugung, dass Worte das Schicksal verändern können, schuf sie eines der meistgesehenen YouTube-Videos aller Zeiten.


Heute hat die Britin nicht nur einen Bestseller geschrieben, sondern gibt ihre Vision auch als Life Coach an andere weiter. „The Power of Words“ ist ein hervorragendes Beispiel dafür, dass eine tolle Idee nicht einmal an einer mittelmäßigen bis schlechten Umsetzung scheitern muss.

Was lernen wir daraus?

Viel wichtiger als Bild und Ton ist die emotionale Botschaft. Welche Storys bewegen Ihre Branche und Ihr Unternehmen?

Content-Marketing-Beispiel #2: The Vocal Ranges of the World’s Greatest Singers

Der Content-Streich der Agentur Destilled beweist wieder einmal, wie wichtig die Idee sein kann. Auf dem Content Marketing Symposium in Berlin präsentierte Hannah Smith von Destilled Ende 2014 dieses Beispiel, das mich seitdem nicht losgelassen hat. The Vocal Ranges of the World’s Greatest Singers erreichte eine beneidenswerte Reichweite, irgendwann kommentierte sogar Axel Rose. Spannend fand ich vor allem, was Hannah Smith über die Entwicklung der Idee erzählte – ein langwieriger kreativer Prozess mit vielen Brainstorming-Runden und Entscheidungen nach dem Ausschlussverfahren. Nebenbei berichtete sie auch von anderen Aktionen der Agentur, die leider nicht die erwünschten Zahlen erreicht hatten.

Was lernen wir daraus?

Trial and error gehört beim Content-Marketing dazu. Wir sollten keine Angst vor dem Scheitern einer Idee haben. Jeder Misserfolg bringt uns näher an die Wünsche unserer Zielgruppe.

Content-Marketing-Beispiel #3: Monsterzeug.de und das Riesenrad

Die Aktion passt einfach zum Firmennamen und ist eine witzige Content-Idee für einen Shop: Monsterzeug.de verkaufte plötzlich den Bausatz eines Riesenrads für schlappe 998.000 Euro. Den unterhaltsamen Content lieferten in diesem Fall aber die User. Beim Durchlesen der „Kundenbewertungen“ wandern die Mundwinkel automatisch nach oben. Monsterzeug.de berichtete, dass die Idee dabei erst nach zwei Jahren wirklich zündete, als der Postillon die Seite verlinkte.

Was lernen wir daraus?

Ein wichtiger Influenzer kann Gold wert sein, wenn er die richtige Zielgruppe erreicht. In diesem Fall waren es die Ironie liebenden und wortgewandten Leser des Postillon.

Content-Marketing-Beispiel #4: My little Paris und der ganz besondere Newsletter

Fany Péchiodat begann im Jahr 2008, ihren liebevoll gestalteten Newsletter mit Restaurant- und Veranstaltungstipps an Freunde zu versenden. Wohlbemerkt Tipps, die in keinem Reiseführer zu finden waren. Innerhalb von drei Jahren entwickelte sich der Newsletter zu einem Unternehmen, das heute 50 Mitarbeiter zählt.

Was lernen wir daraus?

Einzigartige, neue, frische Informationen kommen bei der Zielgruppe an. Hätte Fany die Tipps anderer Reiseführer abgeschrieben, wäre My little Paris wohl im Keim erstickt.

Content-Marketing-Beispiel #5: River Pools & Spas und der Fokus auf den Kunden

Aus der Not geboren, zeichnete Marcus Sheridan im Jahr 2008 für eines der authentischsten Content-Marketing-Beispiele verantwortlich. Seine Firma River Pools & Spas hatte schwer mit der Finanzkrise zu kämpfen. Sheridan stellte daraufhin seine gesamte Marketing-Strategie um und begann, nach und nach Kundenfragen zu beantworten. Das tat er so offen, ehrlich und werbefrei, dass er sogar in einem Blogpost eine Übersicht seiner Konkurrenz bot.

 

Was lernen wir daraus?

Man muss kein Content-Marketer oder Journalist sein, um Lösungen und Ideen für seine Zielgruppe zu entwickeln.

Content-Marketing-Beispiel #6: Kaufda und der Konsum in Echtzeit

Interaktive Infografiken sind ganz nett, wir kennen aus der Praxis aber auch viele Beispiele, bei denen das Ergebnis wenig zufriedenstellend ist. Nämlich dann, wenn man nicht wirklich etwas zu sagen hat. Im Fall von Kaufda war die Infografik Konsum in Echtzeit aber ein voller Erfolg. Den Oooh-Effekt erzeugt die Grafik vor allem durch die Gegenüberstellung – z. B. vom Milch- und Bierkonsum. Fraglich ist nur, welches Licht das auf die Konsumgesellschaft wirft und ob es zum Kauf animiert oder eher abschreckt. Dennoch ein gelungenes Content-Marketing-Beispiel.

Was lernen wir daraus?

Das Thema muss nicht neu sein, die Aussage ebenfalls nicht. Wenn sich daraus aber etwas Erstaunliches ableiten lässt, sorgen wir für den Oooh-Effekt und das ist gutes Content-Marketing.

Content-Marketing-Beispiel #7: #TheDress und die mysteriösen Farben

Zugegeben, #TheDress ist eher ein Beispiel für die virale Wirkung von Social-Media & Co. als für Content-Marketing. Dennoch ist die Story bemerkenswert und zeigt, wie sich auch Unternehmen eine solche Idee zunutze machen können. Dieser Stern-Artikel beleuchtet ganz gut, wie das gestreifte Kleid internationalen Ruhm erlangte.

Was lernen wir daraus?

Jeder liebt Überraschungen. Das Kleid beweist im Großen, was auch The Vocal Ranges und Kaufda im Kleinen zeigen: Wenn wir es schaffen, etwas wirklich Überraschendes für die Zielgruppe herauszufinden, sind wir richtig gute Content-Marketer (früher nannte man das Journalismus).

Die zahlreichen Vertreter des Formats „Magazin“

Ich möchte die vielen guten Magazine und Ratgeber im Netz, ebenfalls hervorragende Content-Marketing-Beispiele, nicht unerwähnt lassen, auch wenn sie es nicht in meine Top 7 geschafft haben (außer River Pools & Spas, weil sie es selbst gemacht haben). Woran das liegt? Um ein richtig gutes Magazin an den Start zu bringen, sind ein kontinuierliches Budget und eine unglaubliche Ausdauer erforderlich. Beispiele für erfolgreiche Magazine gibt es viele: Curved, Garten XXL, Open Forum sind nur einige davon. Hat man entweder viel Budget oder viel Zeit übrig, kann ich das Format in jedem Fall empfehlen. Der kleine Bruder des Magazins, der Blog, ist aber auch ein geeignetes Content-Marketing-Format für (fast) jedes Unternehmen. Wer z. B. einmal in der Woche bloggt oder bloggen lässt, kann bereits mit einem geringen Budget seine Zielgruppe erreichen. Vorausgesetzt, er investiert in eine gute Themenrecherche!

Schaubild Content-Marketing-Beispiele

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geschrieben von: Deliana Czech-Toschmakov

Deliana Czech-Toschmakov

Deliana ist als Gründerin und Geschäftsführerin von textbest meist in strategischen Themen unterwegs. In unserem Blog textet sie über Content-Marketing für KMU, crossmediale Strategien oder die Schnittstellen zu anderen Disziplinen.

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