15 Content-Marketing-Trends 2015 – Expertenmeinungen zum Jahresbeginn

Nichts hat die Online-Branche im Jahr 2014 so sehr bewegt wie Content-Marketing. Ist es nur ein kurzfristiger Hype? Oder ist Content-Marketing DER Trend der kommenden Jahre? In jedem Fall ist Content-Marketing in aller Munde und macht unserer Meinung nach einfach Spaß!

Aber wie sieht die Branche die Entwicklung des Content-Marketing-Trends?

Werden hochwertige Inhalte auch bei Online-Marketern und in den Unternehmen weiterhin an Bedeutung gewinnen oder gibt es bereits einen neuen Trend, von dem wir noch nichts ahnen? Wir haben 15 Experten nach den Trends 2015 gefragt und 15 Trends erhalten – teilweise mit erstaunlich einvernehmlichen Ergebnissen. Mit dabei: Content-Experte Björn Tantau, Online-Marketer Jens Fauldrath und Pressemann Daniel Dodt, und nicht zu vergessen unser Spezial-Gast 15+ Hannah Smith, Content-Strategin bei Distilled.

1. Jens Fauldrath, Geschäftsführer, takevalue GmbH

Jens Fauldrath„Als SEO zu Trends im Content-Marketing zu schreiben erscheint mir etwas vermessen. Ich schreibe deshalb lieber über Wünsche. SEO hat einige Überschneidungen mit Content-Marketing, wenn Content-Marketing online stattfindet. Leider haben aber viele SEOs im Rahmen der Google-Updates zur Spambekämpfung das Thema Content-Marketing benutzt, um alten Wein in neuen Schläuchen zu verkaufen. Auf einmal waren die gekauften Links aus komischen Blogbeiträgen „Content Marketing“. Dass diese Interpretation bei Content-Marketing-Profis zu Irritationen führt, ist verständlich.

Ich hoffe, dass sich die beiden Disziplinen 2015 weiter annähern, die Synergieeffekte sind naheliegend. SEO braucht Inhalte und wer nicht nur Traffic generieren, sondern Nutzer zu Kunden machen will, braucht eben Inhalte mit der entsprechenden Qualität. Hier können wir einiges vom Content-Marketing lernen. Gleichzeitig brauchen Content-Marketing-Strategien Input aus SEO, wenn diese nicht wie die Aktion „Supergeil“ von Edeka nur einen kurzen Hype hervorrufen sollen. Beispiele wie Curved.de oder der Ratgeber vom Bauhaus zeigen, wie SEO und Content-Marketing funktionieren können. Marken müssen selbst zu Publishern werden. Sie müssen überzeugen, beraten und mehr sein als nur die Verlängerung von Marketingflyern in die Onlinewelt.“

2. Björn Tantau, Executive Blogger, bjoerntantau.com

bjoern-tantau„Content-Marketing wird 2015 noch anspruchsvoller. Bisher reichte es oft auch aus, einfach nur „eine Geschichte zu erzählen“, allerdings werden die User immer verwöhnter – und wollen immer wieder spannende Inhalte. Genau darauf muss reagiert werden. Storytelling allein ist nicht mehr genug, die User wollen 2015 nur noch solchen Content sehen, von dem sie einen direkten Vorteil haben. Simple Werbebotschaften dringen nicht mehr zum Konsumenten durch – wer seine Zielgruppe aber genau kennt und seine besten Inhalte ohne Streuverluste unterbringen kann, wird 2015 mit dieser Art von Content-Marketing, zum Wohle der eigenen Zielgruppe im Netz, Erfolge am Fließband feiern.“

3. Patrick Klingberg, CEO und Vorstand, artaxo AG

Patrick Klingberg, 2012„Datenbewusstsein! Durch meine Vorträge und Workshops erhalte ich zahlreiche Einblicke in verschiedene Unternehmen. Dabei muss ich feststellen, dass sich der Großteil beim  Thema Online-Marketing noch in der Aufklärungsphase befindet. Bevor man sich Gedanken über neue Trends macht, sollten Unternehmen zunächst ein Bewusstsein für ihre eigenen Daten schaffen. Das fängt bei den Besucherströmen der eigenen Website an und endet bei der Kampagnenauswertung, damit diese zukünftig verbessert werden können. Hier herrscht großer Nachholbedarf und wer dies im Jahr 2015 versäumt, begeht einen unternehmerischen Fehler!“

4. Miriam Löffler, Autorin, „Think Content“

Miriam Loeffler„Ich tue mich mit der Aussage zu einem Content-Marketing-Trend 2015, ehrlich gesagt, ziemlich schwer. Das Thema ist gerade einmal vor 12 Monaten richtig in Deutschland angekommen – ebenso wie die noch wichtigere Disziplin „Content-Strategie„. Allerdings habe ich einen Wunsch: nämlich den, dass man nach der ganzen vermittelten Theorie und der geleisteten Aufklärungsarbeit in einigen Unternehmen endlich mal ans „Doing“ geht. Dafür muss zunächst die strategische Basis entwickelt werden. Von daher wäre der Aufruf „Macht Euch fit fürs Content-Marketing“ kein schlechtes Motto für das Jahr 2015. Ins Training einbeziehen dürfen die Firmen dann Themen wie Ressourcen, Organigramme, Prozesse, Content-Controlling, Content-Management – und vor allem: Zielgruppen-Orientierung!“

5. Daniel Dodt, PR- und Content-Marketing-Manager, MyHammer

Daniel Dodt„Beim Thema Content-Marketing fällt eine einheitliche Definition nach wie vor schwer. Mittelfristig werden sich Content-Marketing – als einer der wesentlichen Pfeiler der Unternehmens – und Markenpräsentation deutlich ganzheitlicher aufstellen (müssen). Vieles, was momentan an Inhalten und Kommunikation im Unternehmen auf verschiedene Bereiche „gestreut“ ist, lässt sich im Sinne des Content-Marketing zusammenfassen und koordinieren. Dementsprechend werden auch die Grenzen zwischen den verschiedenen Kommunikationskanälen und -formen weiter verschwimmen und so neue Möglichkeiten schaffen, Inhalte zielgruppengerecht zu produzieren und auszusteuern.“

6. Bernd Krämer, Geschäftsführer, Cream Colored Ponies GmbH

„Mein Trend für 2015: Die Aufhebung der Silos in der Online-Marketing-Branche. Kreative und Performance Marketer lernen zusammenzuarbeiten.“

7. Irene Waltz-Oppertshäuser, Geschäftsführerin, Die Marketinghelfer

irene„Back to the roots! Worum es in den nächsten Jahren im Online-Marketing verstärkt gehen wird? Ganz einfach: Den Kunden. Denn je mehr Unternehmen auf den Content-Marketing-Zug aufspringen, desto schwieriger wird es werden, sich im Meer des Online-Contents abzuheben. Belanglose, für Suchmaschinen produzierte Massenware wird da nicht mehr ausreichen. Texte, Bilder, Videos, Geschichten – all das funktioniert nur dann als Kundenbringer, wenn es auch den Nerv des Ziel-Kunden trifft, seine Wünsche und Bedürfnisse anspricht. Die Hausaufgabe fürs Marketing ist also die, die sie schon immer war: Zu verstehen, wer der eigene Kunde ist (oder sein soll) und was das eigene Produkt für den Kunden bedeutet. Analytics, Kundenbefragungen und Marktforschung können dabei helfen. Um das Vertrauen von Kunden zu erwerben, wird es letztlich darauf ankommen, dass Unternehmen ihren Kunden auch schon im Marketing das liefern, was ihre Produkte auszeichnet: Eine hohe Qualität.“

8. Milko Malev, Senior Marketing Manager, plista GmbH

Milko Malev„Das Publikum ist selektiver geworden. Daher wird auch die Professionalisierung der Content-Kreation im Hinblick auf Mehrwert, Qualität und Aufbereitung weiter steigen. Als Formate sind Videos und Infografiken am leichtesten zu konsumieren und werden auch 2015 an Bedeutung gewinnen. Des Weiteren wird man sich stärker auf die gezielte Distribution sowie Dokumentation und ROI-Evaluation der Content-Aktivitäten konzentrieren müssen – mit dem Ziel, Content-Strategie und Geschäftsziele enger miteinander zu verknüpfen. Denn letztendlich geht es darum, den Content zu monetarisieren.“

9. Johannes Zühlke, Leitung Online-Kommunikation, VELUX Deutschland GmbH

„Im Jahr 2015 geht es darum, den User bei seinen Bedürfnissen abzuholen und ihm dann relevanten Content zu bieten, wenn er ihn braucht. Das bedeutet, die Inhalte müssen genau auf die Customer Journey angepasst sein. Außerdem wird Data-Driven Advertising weiterhin ein wichtiger Trend bleiben.“

10. René Tzschoppe, Makler für Online-Werbung

rene_tzschoppe„Die genaue Definition der Zielgruppe wird 2015 von immer größerer Bedeutung sein. Dabei müssen die Inhalte hochwertig sein und konkret auf eine kleine und spezielle Zielgruppe ausgerichtet werden. Wer seine Kunden kennt, kann die komplette Bandbreite der Bekanntmachung nutzen. Also – Engpässe der Kunden erkennen (EKS) durch eine Longtail-Keyword-Analyse die Themenfelder und Trends eruieren. Und die Themen wie kein Zweiter am Markt aufgreifen, Mehrwert liefern und dann das richtige Angebot platzieren. Dadurch kann eine regelrechte Themenführerschaft über Content im Netz entstehen, sodass kein Kunde am Angebot des Unternehmens „vorbeikommt“.“

11. Steve Naumann, Geschäftsführer Visual Minds und ein Initiator von ZIELBAR

IMG_0281„Meinen Beobachtungen zufolge wird das Thema Branding und die Identifizierung einer Marke über Content stark zunehmen. Da die Inhalte auch die Zielgruppen erreichen sollen, könnte „Content-Seeding“ zu einem Buzzwort werden. Der Content soll schließlich weiterempfohlen, über soziale Netzwerke geteilt und auf anderen Webseiten verlinkt werden. Das braucht ein durchdachtes Konzept, eine gut geplante Strategie und die passenden Influencer (Multiplikatoren).“

12. Oliver Bentz, Geschäftsführer, VOGEL OBENTZ

„Was und wie Content-Marketing 2015 sein wird? Mehr Wahrheit, weniger Behauptung: Content sollte noch mehr dafür stehen, was und wie Marken und Unternehmen sind und weniger, wie sie sein wollen oder zu sein glauben. Content als im wahrsten Sinne Inhalt von Marke und Unternehmen. Über seinen Content gibt man sich zu erkennen. Er sollte nicht als Ersatz für Werbung angesehen werden und zuerst auf Relevanz und Qualität geprüft werden. Journalisten, Redakteure, Autoren, kommt ins Marketing! Hier gibt es viel zu tun.“

13. Gero Wenderholm, Head of Search, Tchibo GmbH

„Ich erwarte im Online-Marketing-Jahr 2015 eine Konsolidierung bei Themen wie dem Data-Driven Marketing oder der Conversion-Optimierung: Diese Branchen werden erwachsen und viele Firmen müssen erkennen, dass es nicht mehr ausreicht, die eigene Hausagentur für RTB-Banner zu bezahlen oder simple A/B-Tests von Landingpages durchzuführen, um wettbewerbsfähig zu sein. Es wird sich zeigen, wer die steilen Lernkurven dieser modernen Kanalsteuerung nutzen kann, und welche Online-Strategen in der Lethargie des klassischen Online-Marketings verharren.“

14. Benjamin Kleber, Geschäftsführer, B2K Media

benjamin_kleber2„Der schon für 2014 vorhergesehene Trend weg vom Linkbuilding und hin zum Content-Marketing setzt sich fort. Durch Content-Marketing können Marken nachhaltig ihre Relevanz steigern und Kunden binden. Wichtig ist es allerdings, die Inhalte auch gut zu verpacken, zu positionieren und zu nutzen, darin liegt die große Aufgabe. SEO wird durch die Symbiose mit Content-Marketing zwar aufwändiger, aber auch nachhaltiger. Wer mitmachen will, darf nicht zu spät aufspringen!“

15. Florian Berger, Marketing Manager, SEO-Tool OnpageDoc

„Aktuelle Tests zeigen schon heute: User Experience wird für das Google-Ranking immer wichtiger. Daher wird sich auch das Content-Marketing 2015 weiterentwickeln. Längere Texte mit besserer Struktur, hochwertige Bilder und Grafiken sowie Checklisten und kostenlose Whitepaper mit ansprechenden Layouts werden gefragt sein. Der Trend 2015 lautet für mich: Gehaltvolle Informationen, die Fragen wirklich beantworten und außerdem grafisch hervorragend aufbereitet sind.“

Weit voraus in Sachen Content-Marketing ist uns bekanntlich der englischsprachige Markt, deshalb haben wir kurzerhand bei Hannah Smith von Distilled nachgefragt, was ihr Trend im Bereich Content-Marketing für 2015 ist. Damit ist Hannahs Statement auch unser Spezial-Beitrag, sozusagen 15+.

15+. Hannah Smith, Content Strategist, Distilled

hannah-smith

„My prediction is around mobile. There will be more mobile search queries than desktop search queries by the end of 2015, plus it’s not just search; social media is mobile: 77% of users access Facebook via mobile & 80% of users access Twitter via mobile. This is important, because if you’re creating content that’s designed to rank, or designed to be shared (or both) – then you’ll need to design it to be ‚mobile-friendly‘ as a minimum. As such, in 2015 we’ll start to see content that’s been designed mobile-first rather than desktop-first. This means what we’ll be creating will likely be fundamentally different thanks to those challengingly teeny tiny screens.“

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geschrieben von: Deliana Czech-Toschmakov

Deliana Czech-Toschmakov

Deliana ist als Gründerin und Geschäftsführerin von textbest meist in strategischen Themen unterwegs. In unserem Blog textet sie über Content-Marketing für KMU, crossmediale Strategien oder die Schnittstellen zu anderen Disziplinen.

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